Germanische Sonnenwendfeier zur Urgermanenzeit

Germanische Sonnenwendfeier zur Urgermanenzeit


Annemarie von Auerswald (zuweilen auch als Annmarie geführt bzw. publiziert; 8. November 1876 in Rinkowken bei Marienwerder; 3. Mai 1945 in Heiligengrabe, Prignitz) war eine deutsche Stiftsdame (Kanonissen), Prähistorikerin, Erforscherin der Urgermanen, Schriftstellerin und Museumsdirektorin. Sie leitete das „Heimatmuseum für die Prignitz“ im Kloster Stift zum Heiligengrabe.


Wirken als Prähistorikerin

Annemarie von Auerswald war ab 1909 Mitarbeiterin und 1923-1945 Direktorin des von ihrem Konvent eingerichteten Prignitz-Museums Heiligengrabe, sie war ebenso Herausgeberin der „Mitteilungen des Heimat- und Museumsvereins in Heiligengrabe“ (1913-1939/40). 1924-1926 war sie Wissenschaftliche Hilfsarbeiterin an der Staatlichen Abteilung des Völkerkundemuseums Berlin. Nach von Auerswald ist der bedeutendste paläontologische Fund der Prignitz benannt, das Xenusion auerswaldae (heute im Berliner Museum für Naturkunde gezeigt).


Liste der auszusondernden Literatur

Ein Teil ihrer Werke wurde 1946 auf die Liste der auszusondernden Literatur in der Sowjetischen Besatzungszone gesetzt.

 

Kloster Stift zum Heiligengrabe

Von Auerswald war Stiftsschülerin des protestantischen Frauenklosters, die das große Wohlwollen der Äbtissin genoß. Obschon unvermögend, wurde sie 1911 Minorin und 1923 Stiftsdame.

 

Erster Weltkrieg

Gemeinsam mit Schauspielerin und Rot-Kreuz-Schwester Sophie Wachner, die u. a. Sven Hedin rettete, ging Annemarie von Auerswald im Ersten Weltkrieg freiwillig als Krankenschwester an die Osmanische Front im Dienste der deutschen Militärmission, wo sie in Damaskus, Konstantinopel und Palästina eingesetzt wurde. Sie empfand sich, wie sie selbst schrieb, als „Kulturträger im fernen Land“.

Ihre Arbeit in einem osmanischen Militärhospital in Konstantinopel beschrieb sie in ihrem Buch „Mondnächte in Palästina“ besonders bildlich: Die osmanischen Türsteher und Pfleger befand sie für albern, der osmanische Chefarzt als ungebildet, aber empfand ihre osmanischen Patienten als freundliche und gehorsame Kinder, deren Zigarettengeschenke sie dankend annahm. Als die Rot-Kreuz-Schwestern, zu denen Auerswald gehörte, zum Lazaretteinsatz nach Smyrna (heute Izmir) gesandt wurden, schrieb sie enttäuscht:

   „(D)as Abseitige von dem großen Strom der Ereignisse behagte uns wenig, und wir waren unbeschreiblich froh, als der Ruf nach Konstantinopel uns erreichte.“

Als sich die deutschen Truppen an der Palästinafront vor den von Süden kommenden Briten kämpfend zurückziehen mußten, schrieb sie über diese Zeit nie gekannter Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit:

   „Wir blieben nicht verlassen zurück, wir gingen mit. Wir waren nicht zuschauend, sondern tätig beteiligt.“

Über eine beschwerliche Etappe des Rückzugs aus Südpalästina schrieb sie:

   „Sportfreude! Kühner Spielsinn des Menschen! Ihn reizt das Ungeheure. Nicht Todesnot, sondern Schaffensfreude leistet das Beste.“

Noch im Alter blieben ihre Erlebnisse im Ersten Weltkrieg tief in der Seele verwurzelt:

   „Der Abend kam, der keine Wiederkehr mehr brachte. Aber die fernen Bilder sind in die Seele geprägt. […] Gestalten bewegen sich an mir vorüber. Ich grüße sie alle, erkenne sie wieder, lebe mit ihnen.“

 

Zwischenkriegszeit

1919 trat von Auerswald dem „Bund der Asienkämpfer“ bei, in dessen Zeitschrift sie in den 1920er Jahren publizierte. In der Öffentlichkeit der Asienkämpfer – also der Deutschen, die während des Krieges im Osmanischen Reich lebten, arbeiteten und kämpften – überlebte das aufopferungsvolle Engagement der deutschen Frauen und ihre damit einhergehende soziale Anerkennung nach dem Krieg. Die Heldinnen waren nicht vergessen.

 

Zweiter Weltkrieg

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe unter Äbtissin Armgard von Alvensleben, geb. von Knebel Doeberitz, verkraftete seit Februar bis Ende April 1945 einen ununterbrochenen Strom von Vertriebenen aus Ost- und Westpreußen, Pommern usw. durch Heiligengraben, täglich und nächtlich mußten drei- bis fünfhundert dieser Unglücklichen in der Abtei und im Schulgebäude untergebracht, verpflegt und betreut werden. Dazu kamen seit März 1945 Abteilungen der Wehrmacht, die Unterkunft suchten und noch zwei Schulen aus dem Warthegau und die Hoffbauer-Stiftung aus Hermannswerder bei Potsdam, die im April 1945 nach Heiligengraben verlegt wurden.

Die Stiftsdamen unterstützten die Äbtissin tatkräftig, darunter auch die betagte Annemarie von Auerswald. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verließen immer mehr Schülerinnen das Stift, um zu ihren Familien zu gelangen. Ende April 1945 verließen die Äbtissin (nach Hannover) und die letzten acht Schülerinnen unabhängig voneinander das Kloster vor dem Ansturm der Roten Armee und gingen nach Westdeutschland. Annemarie von Auerswald weigerte sich zu gehen.

 

Endkampf im Raum Pritzwalk / Kyritz

Teile der 4. SS Polizei-Division zogen in den ersten Maitagen 1945 mit Panzerspähwagen über Pritzwalk in Richtung Wittenberge. Dazu kamen versprengte Wehrmachtsteile. Das Gros der bolschewistischen Stoßgruppen kam von Berlin über Kyritz und zog in Richtung Wittenberge um den flüchtenden Wehrmachtsteilen den Weg zur Elbe abzuschneiden. Hierbei blieb man mit Panzerspitzen auf den Hauptstraßen und verzichtete auf ein breites Vorgehen. In Kyritz sprengte man eine Brücke, um den Vorstoß der russischen Panzer zu verzögern, die nun neben der Brücke durch den Fluß mußten – jede gewonnene Minute zählte.

Vom Trappenberg bei Pritzwalk beschoß man die ersten aus Kyritz kommenden russischen Spitzen mit einem MG, um sich dann sofort zurückzuziehen. Zu sehr schweren Kämpfen kam es erst im Raum Wittenberge. Hier boten vor allem die noch mehr oder weniger intakten SS-Einheiten einen harten Widerstand, um den Übergang auf die andere Seite zu sichern.

Zur gleichen Zeit hielten russische Panzerspitzen aus Richtung Wittstock auf Pritzwalk zu. Die SS-Polizeieinheiten kamen mit einigem Vorsprung aus gleicher Richtung. Beim Kloster Stift zum Heiligengrabe kam es zu einem harten Gefecht zwischen SS und russischen Panzereinheiten. Dadurch ging die Bibliothek des Klosters in Flammen auf. Die Bibliothek, deren Inhalt in Sicherheit gebracht wurde, überstand die Verwüstung des Jahres 1945, das archäologische Museum dagegen nicht. Die ur- und frühgeschichtliche Sammlung des Museums wurde fast völlig vernichtet, alles andere von den Russen verschleppt.

 

Tod

Annemarie von Auerswald verstarb am 3. Mai 1945. Es herrscht Unklarheit darüber, ob während Kampfhandlungen in Heiligengrabe, durch eigene Hand oder durch marodierende und vergewaltigende Soldaten der Roten Armee. 


Nachwort über germanische Vornamen von Annemarie von Auerswald in ihrem Buch „Die ewige Ordnung – Germanenleben in der Bronzezeit“

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