Das Danklied an die deutschen Frauen ist ein Gedicht eines Anonymus zu Ehren deutscher Frauen und Mädchen, die ein Höchstmaß an Aufopferungsbereitschaft und Selbstlosigkeit während der Befreiungskriege bewiesen haben. Es wurde erstmalig von der „Berlinische Nachrichten“ (Nr. 40) am 2. April 1814 veröffentlicht. Der Autor stellt die Frage, ob „die Leyer“ von den „Edelthaten“ der Frauen schweigen wird, als Antwort erfolgte ein feierlicher Preis- und Lobgesang in dichterischer Ausführung.

 

Ihr mußtet Eure Theuren missen,

Vom Herzen wurden sie gerissen.

Den Mann, der schützend bei Euch stand,

Die Eure treue Brust gesogen,

Die Ihr mit Sorgen groß gezogen,

Ihr gabt sie hin dem Vaterland.

 

Gabt ihnen Binden für die Wunden,

Und weihtet Eure Arbeitsstunden

Dem Zartgefühl der Menschlichkeit;

Und die da blutend wiederkamen,

Die fragtet Ihr nicht nach dem Namen,

Zur Hülfe waret Ihr bereit.

 

Euch fand man in den Lazarethen,

An Freund und Feindes Sterbebetten(,)

Gleich Engeln Gottes tröstend steh'n.

Euch selbst die Ruhe zu versagen(,)

Wie Bienen Linderung zugetragen, (Lindrung zuzutragen)

Dazu war Eu'r Geschlecht erseh'n.

 

Ihr kamt auf tausendfachen Wegen

Der namenlosen Noth entgegen,

Ihr heiltet, wo der Krieg auch schlug, (Euch schlug)

Und wich't selbst da nicht von der Stelle,

Wo man von des Entsetzens Schwelle

Die Eurigen zu Grabe trug.

 

Nein! nimmer wird es untergehen

Das Gute, das durch Euch geschehen

Für das erkämpfte Vaterland.

Sind Euch auch keine Ehren-Orden,

Den Männern gleich, zu Theil geworden,

Euch schmückt der heil’gen Liebe Band.

 

=== Literatur ===

Fanny Arndt: Die deutschen Frauen in den Befreiungskriegen, 1867
Tim Klein: Die Befreiung 1813 – 1814 – 1815, W. Langewiesche-Brandt, 1913


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